Underextrusion vermeiden

Wenn zu wenig Material gefördert wird – Ursachen erkennen und beheben.

Underextrusion im 3D-Druck entsteht, wenn der Drucker weniger Filament extrudiert als vorgesehen. Das Ergebnis: Lücken zwischen Linien, schwache Layerhaftung und instabile Bauteile. Für eine saubere Oberfläche und stabile Teile ist eine gleichmäßige, kontrollierte Extrusion entscheidend.

Woran erkennt man Underextrusion?

Underextrusion: Dunkelgrauer Druck mit sichtbaren Lücken und ungleichmäßigen Außenwänden Underextrusion: Geschwindigkeitsvergleich – Lücken bei höherer Druckgeschwindigkeit Druckfehler im Vergleich: Underextrusion, Warping, Stringing und weitere Underextrusion: Blaues Bauteil mit löchriger, unvollständiger Deckschicht

Typische Anzeichen:

Hauptursachen für Underextrusion

1. Verstopfte oder verschlissene Düse

Teilweise Blockaden durch:

Lösung:

2. Zu niedrige Drucktemperatur

Ist die Temperatur zu niedrig, fließt das Material nicht ausreichend.

Tipp: Temperatur in 5 °C-Schritten erhöhen, bis der Materialfluss stabil ist.

3. Falsche E-Step-Kalibrierung

Wenn der Extruder weniger Filament fördert als berechnet, entsteht systematische Underextrusion.

Kalibrierung:

4. Falscher Flow-Wert im Slicer

Der Flow-Wert (Extrusion Multiplier) bestimmt die Materialmenge.

5. Filamentdurchmesser falsch eingetragen

Weicht der eingetragene Wert vom realen Durchmesser ab, berechnet der Slicer falsche Materialmengen.

Vorgehen:

6. Mechanische Probleme im Extruder

Mögliche Ursachen:

Regelmäßige Wartung verhindert Materialförderprobleme.

Oberflächenqualität bei Underextrusion

Underextrusion wirkt sich direkt auf die Oberfläche aus:

Besonders kritisch ist Underextrusion bei Top-Layern – hier entstehen schnell Löcher.

Schritt-für-Schritt-Lösung bei Underextrusion

Nur eine Einstellung nach der anderen ändern – so bleibt die Ursache nachvollziehbar.

Materialabhängige Besonderheiten

Material Risiko für Underextrusion
PLAGering
PETGMittel
ABSMittel
TPUHoch (wegen Flexibilität)

Flexible Filamente wie TPU erfordern oft geringere Geschwindigkeit und angepasste Retraction.

Präventive Maßnahmen

Fazit

Underextrusion ist kein Zufallsproblem, sondern meist das Ergebnis einer falschen Kalibrierung oder mechanischer Einschränkungen. Mit sauber eingestellten E-Steps, korrekt gewählter Temperatur und gewarteter Mechanik lässt sich eine konstante Materialförderung sicherstellen.

Wer systematisch vorgeht, verbessert nicht nur die Oberfläche, sondern auch Stabilität und Maßhaltigkeit seiner 3D-Drucke deutlich.